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Wegweiser: Direktbankvergleich > Blog > Archiv: Dezember 2008Archiv: Dezember 2008
Kategorien: Direktbanken von as am 23. 12 2008 um 13:55 Uhr
Um den Schluss gleich vorwegzunehmen: Ein gutes Jahr war 2008 für die Direktbanken nur bedingt, zu schwer wog die Bürde der Finanzkrise. So mussten die meisten Direktbanken sinkende Wachstumsraten hinnehmen, konnten sich aber dennoch gegen den negativen Trend stemmen. Als Ausnahme von der Regel sticht lediglich die isländische Kaupthing hervor, die im Oktober ihre Geschäftstätigkeit komplett eingestellt hat. Bis jetzt ist sie das prominenteste und spektakulärste Opfer der globalen Finanzkrise, zumindest wenn man lediglich den deutschen Markt betrachtet.
Online Broker und Anbieter von Aktiendepots waren die Profiteure der Finanzkrise. Im ersten Halbjahr noch mit unterdurchschnittlichen Umsätzen kämpfend, erwies sich der volatile Aktienmarkt in der zweiten Jahreshälfte für sie als echter Glücksfall. Durch die hektischen Ausschläge der Börsenkurse stieg die Orderzahl und damit auch der Umsatz der Online Broker stark an.
Insgesamt betrachtet konnten sich die Direktbanken in Deutschland weiter als wichtiger Bestandteil der Bankbranche etablieren. Vor allem im Bereich Girokonto, Tagesgeld und Festgeld machen sie mehr denn je den etablierten Filialbanken Kunden abspenstig. Mit kostenlosen Girokonten und hochverzinstem Tages- und Festgeld bieten Direktbanken eine Produktpalette, die die Bedürfnissen der meisten Kunden befriedigt. Darüber hinaus ist bei mehreren Direktbanken die Tendenz zu erkennen, weitere Produkte anzubieten und somit mehr und mehr die Rolle einer Vollbank zu übernehmen.
Wie ernst die Konkurrenz mittlerweile selbst von den Sparkassen genommen wird, zeigt sich exemplarisch am Bankautomatenstreit. Um Direktbank-Kunden den Zugang zu ihren Konten zu erschweren, verweigerten rund 40 Sparkassen ihnen die Nutzung der hauseigenen Geldautomaten. Der Grund für diese Aktion ist darin zu finden, dass mehrere Direktbanken ihren Kunden kostenloses Geldabheben per Visa Karte ermöglichen.
Das trifft gerade bei den Sparkassen, die besonders unter den Direktbanken zu leiden haben, auf wenig Gegenliebe. Die Retourkutsche mit den Automaten läuft allerdings schlechter als geplant, liegen doch bereits acht Gerichtsentscheidungen vor, die den Sparkassen diese Vorgehen untersagen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich Rechtsstreit und wirtschaftliche Situation der Direktbanken im kommenden Jahr entwickeln. Klar ist lediglich, dass die Herausforderungen nicht geringer werden.
Keine Kommentare » Kategorien: Tipp der Woche von as am 23. 12 2008 um 13:53 Uhr
Finanzkrise, Bankenkrise, Rekordverschuldung, steigende Arbeitslosenzahlen, Rezession – die Liste der schlechten Nachrichten lässt sich beliebig verlängern. Vorerst kehrt jedoch mit den Feiertagen auch an den Börsen und in den Wirtschaftszentren etwas Ruhe ein.
Sich nicht die Feiertagslaune verderben zu lassen und die Tage zwischen den Jahren zu genießen, ist sicherlich nicht der schlechteste Tipp für Banker, Anleger, eigentlich für jedermann. Daher wünscht Ihnen das direktbanknews-Team fröhliche Weihnachten, erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Keine Kommentare » Kategorien: 1822direkt, Zinsänderung, Tagesgeld, Festgeld, Girokonto von ls am 23. 12 2008 um 13:48 Uhr
Keine Bank hat in den letzten Monaten derart häufig die Festgeldzinsen nach unten angepasst wie die 1822direkt. Bis zu drei Mal in einer Woche rutschten die Zinssätze des 1822direkt-anlagekontos in die Tiefe – in kleinsten Schritten zwar, aber wie bekannt ist, höhlt der stete Tropfen den Stein. Aktuell liegen die Zinsen nur noch bei 2,80 bis 3,00 Prozent p.a. - gegen die starke Konkurrenz der Autobanken von BMW und Mercedes-Benz, die bis 5,40 Prozent aufs Festgeld bieten, kann sich die 1822direkt damit nicht mehr durchsetzen.
Als seien das nicht schon genug düstere Aussichten, geht es jetzt auch den Tagesgeldzinsen der 1822direkt an den Kragen – diesmal allerdings in großen Schritten. Ab heute erhalten Tagesgeldanleger auf das 1822direkt-CashSkyline 3,00 Prozent Zinsen bis zu einer Anlagehöhe von 500.000 Euro. Zumindest gibt es weiterhin einen Zinsbonus – für Einlagen, die in den letzten 6 Monaten nicht bei der 1822direkt oder der Frankfurter Sparkasse angelegt waren, erhalten Kunden einen Zinszuschlag von 0,5 Prozent, befristet bis zum 28.02.2009.
Die Zinsen für das Tagesgeldkonto 1822direkt-CashAll werden ebenfalls nach unten angepasst. Auch hier erhalten Kunden 3,00 Prozent für Einlagen bis 500.000 Euro. Der Zinsbonus beträgt 1,00 Prozent, wird allerdings nur bis zu einer Einlagenhöhe von 30.000 Euro und bis zum 28.02.2009 gewährt. Das 1822direkt-CashAll gibt es ausschließlich in Verbindung mit dem Girokonto 1822direkt-GiroAll. Die Kontoführung ist ab einem monatlichen Geldeingang von 1.200 Euro kostenlos.
Keine Kommentare » Kategorien: Santander, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank, Postbank von as am 22. 12 2008 um 17:22 Uhr
Die Milliardenverluste der Landesbanken, ein brüsk das Rettungspaket der Bundesregierung zurückweisender Chef der Deutschen Bank und abstürzende Bankaktien – dies sind einige der Bilder des Jahres 2008, die im Gedächtnis bleiben.
Dass 2008 auch das Jahr der großen Bankübernahmen war, ist durch die Flut schlechter Nachrichten in Folge der Finanzkrise jedoch kaum mehr präsent. Das liegt auch daran, dass sich diese Umwälzungen in der Bankenbranche erst in den kommenden Jahren richtig auswirken werden.
Den Anfang machten die Commerzbank und die Dresdner Bank, die in der ersten Septemberwoche ihre Fusion bekanntgaben. Rund 5 Milliarden Euro ist dabei die Dresdner Bank der Commerzbank wert, denn diese Summe erhält der Mutterkonzern der Dresdner Bank, die Allianz. Ergebnis der Fusion beider Institute ist ein neuer deutscher Bankenriese, der nur noch von der Deutschen Bank übertroffen wird.
Die Deutsche Bank war es dann auch, die wenige Wochen nach Bekanntgabe der Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank selbst aktiv wurde und sich 30 Prozent der Postbank sicherte. Obwohl die zeitliche Abfolge den Eindruck entstehen lässt, war der Einstieg bei der Postbank wohl keine Reaktion der Deutschen Bank auf die kurz zuvor verkündete Bankenfusion, sondern vielmehr der Versuch, das Privatkundengeschäft auf dem deutschen Markt zu forcieren. Dennoch wird es sehr interessant sein zu beobachten, wie sich Deutsche Bank und Commerzbank/Dresdner Bank in Zukunft positionieren.
Auch außerhalb Deutschlands gab es bereits vor dem Ausbruch der Finanzkrise interessante Entwicklungen im Bankensektor. Dabei in vielen Fällen im Fokus der Aufmerksamkeit: die Banco Santander. So übernahm das spanische Kreditinstitut im Laufe des Jahres nicht nur die britischen Banken Abbey National sowie Alliance & Lester, auch die US-amerikanischen Sovereign und GE Money sowie die ABN Amro Bank standen dieses Jahr auf dem Einkaufszettel der Santander. Möglich wurde diese Übernahmewelle dadurch, dass die Banco Santander weitaus weniger unter der Subprime-Krise gelitten hat als das Gros der Konkurrenz. Mit gefülltem Geldbeutel und geschwächten Banken bot sich so der Santander die einmalige Gelegenheit, sich in Europa und den USA weiter zu etablieren.
Keine Kommentare » Kategorien: BMW Bank, Mercedes-Benz Bank, Festgeld, Zinsänderung, Citibank, 1822direkt von as am 18. 12 2008 um 17:30 Uhr
Bei dem Wettbewerb, wer seit Beginn der Finanzkrise die meisten Zinsänderungen beim Festgeld vorgenommen hat, liegt eine Bank uneinholbar vorn – die 1822direkt. Und als wollte die Direktbank diese Spitzenposition keinesfalls aufgeben, wurden die Zinsen in dieser Woche bereits ein zweites Mal angepasst. Aktuell liegt der höchste Zinssatz beim 1822direkt-anlagekonto bei 3,20 Prozent p.a. für eine Anlagedauer von 12 Monaten. Für andere Laufzeiten erhalten Festgeldkunden 3,00 beziehungsweise 3,10 Prozent. Behält die 1822direkt die Frequenz der Zinsänderungen bei, könnte bald sogar nur noch eine 2 vor dem Komma stehen.
Natürlich ist die 1822direkt nicht die einzige Bank, die mit Zinssenkungen im Festgeldbereich auf die aktuelle Lage am Finanzmarkt reagiert – auch die Citibank hat die Festgeldzinsen für kurze und mittlere Laufzeiten gesenkt. Erfreulich für Festgeldinteressenten dürfte sein, dass der Höchstzinssatz des Citibank Profifestgeld von 4,50 Prozent p.a. für eine Anlagedauer von 6 Monaten bestehen bleibt. Für andere Laufzeiten zwischen 7 Tagen und 4 Jahren bietet die Citibank maximal 3,10 Prozent. Die Zinssätze für die längsten möglichen Laufzeiten von 5 und 6 Jahren wurden dagegen auf 3,25 und 3,60 Prozent erhöht.
Der Mittelwert der Festgeldzinsen, vor der Finanzkrise zwischen 4,00 und 5,00 Prozent, pendelt sich derzeit bei 3,00 bis 4,00 Prozent ein, weitere Zinssenkungen sind wahrscheinlich. Ausnahmen bestätigen die Regel – Mercedes-Benz und die BMW Bank haben vor Kurzem die Festgeldzinsen auf bis zu 5,40 Prozent erhöht und sich damit an die Spitze der deutschen Festgeldanbieter gesetzt.
Keine Kommentare » Kategorien: Aktiendepot, Abgeltungssteuer, Tipp der Woche von as am 18. 12 2008 um 17:15 Uhr
Abgeltungssteuer, Abgeltungssteuer, Abgeltungssteuer – immer schneller nähert sich das Jahresende und die zahllosen Tipps und Empfehlungen zum Umgang mit der neuen Steuer wollen einfach nicht weniger werden. Daher zuerst das Versprechen, dass an dieser Stelle und in diesem Jahr das Wort Abgeltungssteuer (nach dieser Meldung) nicht mehr auftauchen wird.
Obwohl die meisten Anleger ihre Entscheidungen für dieses Jahr bereits getroffen haben, steht für manch einen noch die Frage im Raum, ob er vor dem 31.12. Wertpapiere kaufen und damit eine Besteuerung der (eventuellen) Wertzuwächse vermeiden soll.
Anhand eines kleinen Rechenbeispiels lässt sich die Problemstellung leicht erörtern: Josef A. kauft sich am 26.12.2008 10 Aktien zu 100 Euro das Stück. Nach zehn Jahren stehen seine Aktien bei 200 Euro, macht einen Gewinn von 1000 Euro. Da er in unserem Fall seine Aktien erst nach zehn Jahren verkauft, muss er keine Steuern zahlen und fährt damit eine Gesamtrendite von 100 Prozent ein. Hätte er die Aktien eine Woche später, am 02.01.2009, zum gleichen Kurs gekauft, müsste er seinen Gewinn unabhängig von der Anlagedauer versteuern. Nach Steuern blieben ihm dann lediglich 750 Euro (vereinfachte Rechnung) übrig, woraus sich eine Rendite nach Steuern in Höhe von 75 Prozent ergibt.
Ein eindeutiges Votum für den Kauf in 2008? Nicht unbedingt. Wenn die Aktienkurse im kommenden Jahr stabil bleiben oder steigen, dann wäre ein schneller Einstieg Pflicht. Falls die Börsen im Lichte einer sich immer stärker in Richtung Jahrhundertrezession bewegenden Weltkonjunktur weiter auf Talfahrt gehen, kann sich eine vorschnelle Investition, Abgeltungssteuer hin oder her, leicht als Fehler herausstellen. Wenn der Anleger aus unserem Beispiel Ende 2009 die Aktien für 70 Euro pro Aktie kaufen kann (bei gleichbleibender Wertentwicklung über 10 Jahre), stiege sein Gewinn bei einer Investition von 1000 Euro auf 1857 Euro vor Steuern und 1393 Euro nach Steuern. 139 Prozent Rendite – und das trotz Abgeltungssteuer.
Man sollte seine Investitionsentscheidung und den Zeitpunkt also von den Zukunftserwartungen abhängig machen. Leider erweisen sich Erwartungen oftmals als falsch, aber dieses Risiko lässt sich nicht vermeiden. Wer für kommendes Jahr sinkende Aktienkurse erwartet, wie es derzeit viele Börsenexperten tun, sollte also mit dem Aktienkauf warten. Wer meint, die Talsohle sei bereits durchschritten, sollte allerdings noch vor dem Sylvesterabend sein Geld investieren.
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